Herb.ERT - Magazin 01/2026

Das EU-Mercosur-Abkommen wird den heimischen Obst- und Gemüsebau nicht abrupt verdrängen. Transportdistanzen und die Verderblichkeit vieler Frischpro- dukte setzen natürliche Grenzen. Der eigentliche Effekt liegt jedoch tiefer: Mercosur verschärft den Preiswettbewerb im austauschba - ren Standardsegment – und legt be- stehende strukturelle Schwächen offen. Entscheidend ist: Mercosur trifft nicht alle Betriebe gleichermaßen. Wer im Standardgeschäft ohne kla - re Differenzierung agiert, gerät stär - ker unter Druck. In einem liberalisierten Markt kon- kurrieren Kostenstrukturen. Die- sen Wettbewerb können Betrie- be mit höheren Sozial-, Energie- und Umweltstandards langfristig kaum gewinnen. Die Konsequenz ist strategisch: Dif- ferenzierung wird zur Überlebens- frage. Wer veredelt und eigenstän- dige Produktprofile entwickelt, ent - zieht sich zumindest teilweise dem reinen Preisvergleich. Mercosur ist somit weniger eine unmittelbare Bedrohung als viel - mehr ein Beschleuniger einer oh- nehin notwendigen strategischen Entwicklung - weg vom austausch- baren Rohstofflieferanten, hin zum Spezialitätenproduzenten. „In offenen Märkten besteht nicht die durchschnittlicheWare, sondern das unverwechselbare Produkt.“ MERCOSUR kein Marktschock, sondern Strukturverstärker GASTKOMMENTAR

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