Herb.ERT - Magazin 01/2026
TROCKNEN & VEREDELN // 5 Obst-, Gemüse- und Kräuterbetriebe stehen in den kommenden Jahren vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Über Jahrzehnte galt ein scheinbar einfaches Prinzip: Ein höherer Ertrag pro Hektar sichert die Wirtschaftlichkeit. Heute zeigt sich zunehmend: Mehr Menge verstärkt häufig nur den Preisdruck. Steigende Produktionskosten, zunehmende Wetterextre- me, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen und intensiver Preis- und Wettbewerbsdruck verändern die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedin- gungen grundlegend. Obst- und Gemüsebau sind ausgeprägte Kostenkulturen. Lohnaufwand, Handarbeit, Kühlung, Sortierung, Verpackung, Energie, Bewässerungstech- nik und Pflanzenschutz verursachen hohe Fixkosten–unabhängig vom er- zielbaren Marktpreis. Gleichzeitig entstehen regelmäßig Übermengen, Saisonspitzen und optisch nicht normgerechte Ware, die im Lebensmittelhandel nur eingeschränkt verwertbar ist. Importware setzt zusätzliche Preisanker. Der Spieraum für Margen wird enger. Wer Rohware produziert, bewegt sich in einem System, das über Vergleichbarkeit funktioniert. Und Vergleichbarkeit führt zwangsläufig zum Preisvergleich. Die Realität ist nüchtern: Mit dem bisherigen Geschäftsmodell allein wird es für viele Betriebe zunehmend schwieriger, stabile Einkommen zu sichern. HEKTAR ODER WERTSCHÖPFUNG. DAS ENDE DER MENGENLOGIK!
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