Best Practice Beispiel: HerbERT in der Pflegetherapie im Pflegezentrum Langenlois
Aktuell: Studienprojekt Entwicklung von „Functional Food“ für Senioren.
Ziel ist es, nährstoffreiche, leicht konsumierbare und gleichzeitig geschmacklich attraktive Produkte zu entwickeln – direkt dort, wo sie gebraucht werden: in Pflegeeinrichtungen selbst.
Das Pflegezentrum Langenlois fungiert dabei als Best-Practice Praxispartner. Geschäftsführer Martin Zigler lud Studierende der FH Wieselburg ein, gemeinsam mit der „Herb.ERT-Workshop-Gruppe“ Ideen zu entwickeln und Erfahrungen auszutauschen.
Dabei zeigt sich deutlich: Der Effekt geht weit über die reine Ernährung hinaus.
Die Herstellung der Produkte wird zum integralen Bestandteil der Beschäftigungstherapie. Tätigkeiten wie Schneiden, Vorbereiten und Verarbeiten schaffen Struktur, fördern motorische Fähigkeiten und stärken das Gefühl von Sinn und Selbstwirksamkeit.
Drei Herausforderungen – eine Lösung
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich mehrere zentrale Herausforderungen im Pflegebereich miteinander verbinden lassen:
- Ernährung: Frische, natürliche und individuell angepasste Lebensmittel
- Therapie: Aktivierende und sinnstiftende Beschäftigung
- Wirtschaftlichkeit & Nachhaltigkeit: Verwertung von Überschüssen im Sinne von Zero Food Waste
Gerade Küchen in Pflegeeinrichtungen stehen zunehmend unter Druck, wirtschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig höchste Qualitätsansprüche zu erfüllen. Die Möglichkeit, Rohstoffe vollständig zu nutzen und in lagerfähige Produkte zu transformieren, eröffnet hier neue Spielräume.
Best-Practice mit internationalem Potenzial
Das Praxis-Beispiel Langenlois zeigt, wie sich moderne Lebensmittelverarbeitung, Nachhaltigkeitsstrategien und soziale Aspekte sinnvoll miteinander verknüpfen lassen.
Die Kombination aus betriebsküchenseitiger Ressourcennutzung, therapeutischem Mehrwert und Kosteneffizienz gilt dabei als zukunftsweisendes Modell.
Technologie als Möglichmacher: Wer ist Herb.ERT?
Herb.ERT ist ein System zur schonenden Trocknung und Veredelung von Lebensmitteln. Durch ein speziell entwickeltes Verfahren werden Produkte energieeffizient verarbeitet, wobei Aromen konzentriert und wertvolle Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten bleiben.
Ursprünglich für Kräuter entwickelt („Herb“ für Kräuter, „ERT“ für Energie-Rückgewinnungs-Technik), ist das System heute europaweit im Einsatz – von der Landwirtschaft über die Lebensmittelverarbeitung bis zur gehobenen Gastronomie.
Ein Blick in die Zukunft der Pflege
Das Beispiel aus Langenlois zeigt eindrucksvoll: Die Zukunft der Pflege liegt nicht nur in medizinischer Versorgung, sondern auch in Lebensqualität, Teilhabe und Ernährung.
Wenn Bewohner nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten, entsteht ein Mehrwert, der weit über das Produkt hinausgeht.

Von der Zutat zur hochwertigen Versorgungskomponente
Ob Gemüse, Kräuter, Suppenkomponenten, Teigwaren oder hausinterne Rezepturen:
Durch Trocken-Reifung entstehen geschmacklich intensive, lagerfähige Bausteine für eine abwechslungsreiche und bedarfsgerechte Küche.
Das Ergebnis:
- natürliche Aromen statt künstlicher Zusätze
- hohe Reproduzierbarkeit in der täglichen Praxis
- flexible Menügestaltung
- Reduktion von Lebensmittelverlusten
Reifung statt forcierter Trocknung
Im Unterschied zu konventionellen Verfahren wird die Trocknung nicht durch hohe Temperaturen oder technische Zwangsprozesse beschleunigt.
Die Herb.ERT-Technologie arbeitet mit einer naturzyklischen Prozessführung: Temperatur, Luftbewegung und Feuchtigkeit verändern sich dynamisch und produktgeführt.
Dieser kontrollierte Ablauf orientiert sich am natürlichen Reifeprozess. Struktur, Aroma und Textur entwickeln sich harmonisch, statt durch schnelle Dehydration belastet zu werden.
Gerade im sensiblen Bereich der Seniorenverpflegung bedeutet das:
- angenehme Texturen
- intensiver, natürlicher Geschmack
- gute Rehydrierbarkeit bei Bedarf
- schonende Verarbeitung empfindlicher Rohstoffe